Bei regelmäßiger Nutzung geht die Zeit an keinem Teppich spurlos vorüber. Im Laufe der Zeit verschmutzen die Bodenbeläge nicht nur. Es ist auch unvermeidbar, dass das Erscheinungsbild leidet. In dieser Situation stellt sich die Frage, ob Teppichbesitzer das gute Stück selbst reinigen oder sich lieber an eine professionelle Teppichreinigung wenden.

Teppich selber waschen
Mit diesen Tipps klappt es mit der Teppichwäsche

Tipps und Tricks zur Teppichreinigung

Wer bei der Reinigung der Teppiche Eigeninitiative ergreift, riskiert schlimmstenfalls irreparable Schäden. Im Nachhinein ist es oftmals auch für Spezialisten nicht mehr möglich, alle Schäden zu kompensieren. Doch mit einigen Tipps und Tricks können Teppichbesitzer den aufkommenden Schäden effektiv vorbeugen.

Dos & Don’ts der Teppichreinigung

Die Wahl einer geeigneten Reinigungsmethode beginnt bereits beim Material. Besonders anspruchsvoll sind beispielsweise aus Naturmaterialien gefertigte Teppiche, die aufgrund ihrer empfindlichen Fasern einer professionellen Reinigung bedürfen. Generell gilt die Faustregel, dass die Säuberungsmittel und Materialien kompatibel sein müssen. Eine hilfreiche Stütze sind Pflegehinweise, die zumeist auf einem Zettel auf der Unterseite der Bodenbeläge angebracht sind. Diese Informationen geben beispielsweise Aufschluss auf die Frage, bei welchen Temperaturen die Flore gewaschen werden sollen. Während einige Teppiche in der Waschmaschine einer Woll- oder Schonwäsche bedürfen, ist für andere Modelle das Buntwäscheprogramm sinnvoll. Eine wichtige Rolle spielt das geschätzte Nassgewicht der Flore, das schlimmstenfalls die Kapazitäten der eigenen Waschmaschine überfordert.

Materialkunde von A bis Z

Das Material des Teppichs entscheidet über die Frage, wie die Bodenbeläge am besten gereinigt werden. Im Idealfall befindet sich auf der Rückseite der Teppiche ein Zettel mit allen notwendigen Informationen. Andernfalls können sich Käufer schon während des Erwerbs über Pflegehinweise erkundigen. Häufig sagt man, dass Materialien wie Synthetik oder Baumwolle bezüglich ihrer Pflegeeigenschaften besonders unkompliziert sind. Deshalb spricht auch nichts dagegen, aus diesen Materialien bestehende Teppiche mit der Hand oder einem Feinwaschprogramm der Waschmaschine bei maximal 30 Grad zu waschen. Im Gegensatz dazu dürfen Teppiche aus Stoffen wie Bast, Kokos oder Sisal keinesfalls einer kompletten Teppichwäsche unterzogen werden. In dem Fall genügt eine punktuelle Behandlung von Teppichen mit einem feuchten Lappen sowie Flüssigwaschmittel. Für eine Säuberung von Naturgewebe ist eine alte Zahnbürste mit weichen Borsten hilfreich. Weil Naturfasern bei Kontakt mit Nässe aufquellen, sollten die Teppiche so wenig wie möglich mit Feuchtigkeit in Kontakt kommen. Noch sensibler sind aus Naturmaterialien gefertigte Teppiche. Sind Tierfelle oder Teppiche aus Seide und Leder stark verschmutzt, sollten Betroffene die Flecken keinesfalls selbst beseitigen. Für weitere Informationen haben wir umfassenden Beitrag zu verschiedenen Teppichmaterialien erstellt.

Teppichwäsche in der Waschmaschine: Die wichtigsten Tipps

Besitzt die eigene Waschmaschine ausreichend Fassungsvermögen für einen kleinen Teppich, steht der Teppichreinigung – je nach Material – nichts im Wege. Gut zu wissen: Die Kapazitäten einer gewöhnlichen Waschmaschine sind allerdings nicht darauf ausgelegt, faltbare Flore mit hohem Trockengewicht oder schwere Hochflorteppiche darin zu säubern. Folgende Tipps sollten Sie bei der Säuberung der kuscheligen Bodenbeläge berücksichtigen.

  1. Klopfen und saugen Sie die Teppiche vor der Reinigungsaktion ab.
  2. Leben Haustiere im eigenen Haushalt, entfernen Sie Tierhaare am besten mit einem Glasabzieher oder einer Gummibürste.
  3. Besonders hartnäckige Verunreinigungen bedürfen einer Vorwäsche. Je schneller Teppichbesitzer die Flecken beseitigen, desto wirksamer sind die Reinigungsmaßnahmen zumeist. Bei den meisten Verschmutzungen bewährt sich Mineralwasser als wirksames Hausmittel.
  4. Möglicherweise können sich Teppichfransen in einer Waschmaschine verheddern. In dem Fall bietet ein Wäschesack Sicherheit, in dem Sie den Teppich verstauen können.
  5. Achten Sie bei der Wahl eines Waschmittels darauf, dass die Chemikalien den Bedürfnissen des Materials angepasst sind. Eine gute Wahl ist milde Seife.
  6. Wählen Sie in der Waschmaschine ausschließlich Waschgänge aus, die den Empfehlungen der Hersteller entsprechen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte einen Waschgang mit geringer Schleuderzahl und niedriger Temperatur auswählen.
  7. Der Teppich gehört stets allein in die Waschmaschine. Damit ein möglichst gleichmäßiges Reinigungsergebnis entsteht, sollten Sie keine anderen Textilien dem Waschgang beimengen.
  8. Trockner sind im Umgang mit Teppichen ein No-Go. Stattdessen sollte die Feuchtigkeit so gleichmäßig wie möglich verdunsten. Konventionelle Trockner sind für eine Trocknung der Bodenbeläge ebenso wenig geeignet wie ein Föhn. Im Idealfall eignen sich zwei bis drei regenfreie Tage für eine Trocknung.
  9. Fürs Trocknen ist neben einer Teppichstange ebenfalls eine saubere Fläche geeignet. Ein flacher Boden ist gut dafür geeignet, um den Teppich darauf auszulegen. Allerdings muss der Untergrund darauf ausgelegt sein, Flüssigkeit aufzunehmen.

Teppichwäsche in der Badewanne

Je stärker die Verschmutzungen sind, desto wichtiger ist eine Säuberung mit einer weichen Bürste. Je größer und schwerer der Teppich ist, desto sinnvoller ist die Handwäsche in einer Badewanne. Vor, während und nach der Säuberung sollten Sie folgende Tipps beherzigen:

  1. Klopfen Sie den Flor zur Beseitigung grober Verschmutzungen zuerst aus.
  2. Testen Sie das Waschmittel vor der kompletten Reinigung auf seine Eignung. Das gewählte Waschmittel darf nicht ent- oder verfärben.
  3. Der Flor gehört in der Badewanne nach oben. Danach lassen Sie so lange lauwarmes Wasser einlaufen, bis der Teppich komplett mit Wasser bedeckt ist.
  4. Bürsten Sie das Waschmittel mit einer weichen Bürste mit Stiel gegen die Faserrichtung ein.
  5. Lassen Sie den Bodenbelag erst einige Minuten ruhen und daraufhin das Wasser ablaufen.
  6. Bürsten Sie den Schaum in Faserrichtung aus.
  7. Wiederholen Sie den Durchgang bei Bedarf.
  8. Sie spülen den Teppich so lange aus, bis das ablaufende Wasser komplett klar ist.
  9. Trocknen Sie den Teppich im Winter am besten im Heizungskeller. Für den Sommer empfiehlt sich eine Teppichstange oder saubere Oberfläche, an der die Flüssigkeit ablaufen kann.

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