Teppiche werden aus unterschiedlichen Materialien, Geweben und Rohstoffen hergestellt. Diese Materialien unterscheiden sich nach verschiedenen Produktionsverfahren. Alle Teppichmaterialien haben unterschiedliche Vor- und Nachteile, die sich auf die Beschaffenheit und den Umgang mit den Bodenbelägen auswirken. Deshalb stellen wir die verschiedenen Materialien im Einzelnen vor.

Bambus

Bambus
Zellulosefasern aus Bambus

Dieses seit Jahrhunderten im asiatischen Raum genutzte Material dient als Bau- und Werkstoff sowie als Nahrungsmittel. Bambus gilt als am schnellsten wachsende Pflanze weltweit, die unter optimalen Bedingungen pro Tag bis zu einem Meter wächst. Dadurch gewährleistet das Wachstum, dass der Verbrauch der Faser nicht höher als die Nachwuchsgeschwindigkeit ist. Zugleich zeichnet sich das Gewächs durch sehr gute Produkteigenschaften aus, die beispielsweise ein nachhaltiges Bauen und Wohnen ermöglichen.

Bei der Herstellung von Teppich aus Bambus werden zuerst die Zellulosefasern aus dem Halm der Pflanze gelöst. Hierfür werden hochmoderne Verfahren angewendet, um den Bambus zu Viskose zu verspinnen. Weil Bambus aus runden Fasern besteht, ist ein Bambusteppich nicht nur angenehm weich, sondern auch seidenartig matt glänzend. Eigenschaften wie maximale Stabilität, eine hohe Abnutzungsresistenz und Farbbeständigkeit unterstreichen die Alltagstauglichkeit des Bodenbelags. Zusätzlich verbessern aus Bambus gefertigte Teppiche die Luft- und Lebensqualität maßgeblich, da die Bodenbeläge das Raumklima regulieren und Allergene sowie Feinstaub binden. Bambusfaser hat sich als kostbarer Rohstoff bewährt, durch den stilvolles und innovatives Wohnen ganz im Sinne der Nachhaltigkeit erfolgt. Dieser Effekt geht beispielsweise auf die Recyclebarkeit, die Temperatur- und Feuchtigkeitsregulierung oder die elegante Wirkung des Rohstoffs zurück.

Vorteile von Bambusteppichen im Überblick

Natur-Vliesrücken

Natur-Vlies
Natürliche Vliesstoffe liegen im Trend

Aus Naturfaser-Vlies gewonnene Teppichrücken bestehen aus einer natürlichen Vliesschicht, die sich auf der Rückseite von Naturfaserteppichen befindet. Eine Nutzung von aus Pflanzenfasern verwendeten Vliesstoffen für technische Textilien galt einst als Nische. Doch spätestens seit den 1990er Jahren nimmt der Trend zu Teppichen aus Natur-Vliesrücken stetig zu. Neben der Fahrzeug-Innenverkleidung ist die Erstellung von Teppichböden ein gefragtes Segment. In erster Linie werden die Teppiche als Flachs-Jutevlies aus 100 Prozent Naturfasern hergestellt. Während des Produktionsprozesses wird das Material auf der Rückseite des Teppichgewebes aufgetragen. Auf Füllstoff oder Kleber wird bei der Herstellung des Teppichs komplett verzichtet.

Diese Herstellungsweise bietet den Vorteil, dass der beschichtete Teppich komplett aus Pflanzen-Naturfasern besteht und keinerlei andere Stoffe zum Einsatz kommen. Aus Natur-Vliesrücken erstellte Teppiche zeichnen sich durch einen hohen Gehkomfort sowie eine lange Lebensdauer aus. Ein weiterer Vorteil der Fußböden besteht darin, dass diese nach ihrer Nutzung sogar kompostiert werden können. Dank ihrer Recyclingfähigkeit und der unkomplizierten Entsorgung sind Teppiche aus Natur-Vliesrücken nachhaltig sowie umweltfreundlich zugleich. Allerdings wirken sich Anbauoptionen oder Ernteverfahren unterschiedlich auf die Qualität der Teppiche aus.

Vorteile von Teppichen aus Natur-Vließ im Überblick

Kokos

Kokos
Teppiche aus Kokos gelten als besonders robust

Die Kokospalme ist ein immergünes Gewächs, das am Äquator entlang innerhalb eines feucht-warmen Gürtels gedeiht. Insbesondere Einheimische bezeichnen die Kokospalme auch gern als „Baum des Lebens“, da die Pflanzen von an tropischen Küsten lebenden Bewohnern als vielseitig verwendbare Rohstoff- und Nahrungsquelle genutzt werden. Während der Stamm einer Fertigung von Hütten und Booten dient, decken die Menschen mit Kokosblättern ganze Dächer ein. Zugleich wird die Kokosnuss als gehaltvolles Nahrungsmittel geschätzt, das eine wichtige Grundlage für die Herstellung von Kokosfett oder Kokosöl ist. Die Kokosfasern kommen hingegen zur Herstellung von Seilen, Matten, Körben, Polstermöbeln sowie Teppichen zum Einsatz. Zudem dienen trockene Kokosnussschalen als Brennmaterial.

Eine große Stärke von Kokos-Teppichen ist deren Robustheit. Die Bodenbeläge gelten als besonders strapazierfähig. Deshalb erfreuen sich Teppiche aus Kokos in Arbeits- und Wohnbereichen gleichermaßen großer Beliebtheit. Ob für den Privatgebrauch, in hochfrequentierten Eingangsbereichen oder in Treppenhäusern – der Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten sind nur wenige Grenzen gesetzt. Weil die Kokosfasern zu nahezu gleichen Anteilen aus Zellulose und Lingin bestehen, sind die Teppichböden gegenüber Pilz- sowie Bakterienbefall besonders resistent. Über einen längeren Zeitraum hinweg können die Fasern Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass sich diese zersetzen. Antistatische, schallschluckende sowie isolierende Eigenschaften werten die Teppichfasern zusätzlich auf. Zudem sind die Kokosfasern vergleichsweise gut dehnbar. Teppiche aus Kokos bestechen mit zeitloser Eleganz sowie der angenehmen Flächenwirkung. Der Anblick der warmen Naturtöne von Teppich aus Kokosfasern könnte ein klares Kaufargument sein.

Vorteile von Teppich aus Kokosfasern im Überblick

Leder

Leder
Nichts für Veganer: Lederteppiche

Für die Produktion von Teppichen gewinnen Tierhäute zunehmend an Bedeutung. Nach dem Gerben werden für die Herstellung komplette Felle oder Häute am Stück verwendet, die je nach Bedarf in Stücke geschnitten oder individuellen Formen angepasst werden. Zum Teil werden die Teppiche ebenfalls bedruckt oder in Scheiben geschnitten. In der Patchwork-Technik ist es üblich, verschiedene Lederteile zu einem größeren Teppich zusammenzunähen. Dank verschiedener Fellfärbungen sind der Gestaltung der Teppichböden nur wenige Grenzen gesetzt.

Eigenschaften wie die hohe Reißfestigkeit zeichnen den Bodenbelag aus. Weil Leder bei Nässe noch bestandsfester wird, erweist sich das Material auch nach einem Kontakt mit Flüssigkeiten als besonders pflegeleicht. Ein Lederteppich erzeugt ein angenehmes Wohlgefühl unter den Füßen, da sich das Material sehr weich anfühlt. Da die Bodenbeläge zumeist in Handarbeit gefertigt werden, ist beinahe jedes Stück ein Unikat. Zudem sind die Teppichböden schadstofffrei.

Vorteile Lederteppichen im Überblick

Maiszellstoff

Maiszellstoff
Mais als Grundlage für Zellstoff

Mais ist ein ursprünglich aus Mexiko stammendes Gewächs, das seit der Entdeckung von Christopher Kolumbus auch im Mittelmeerraum Europas angepflanzt wurde. Heute ist Mais als Futter-, Nahrungs- und Energiepflanze von großer Bedeutung. Heutzutage werden umweltschonende und biobasierte Herstellungsverfahren angewandt, um Fasern aus nachwachsenden Rohstoffen zu erzeugen, die nicht aus Erdöl hergestellt werden. Ein wichtiger Bestandteil dieser Materialien ist Maisstärke. Dieser Rohstoff entstammt dem stärkehaltigsten Teil der Maispflanze, dem Maiskorn. Diese Maisstärke wird wiederum für die Herstellung von Teppichen eingesetzt. Aus Maiszellstoff hergestellte Teppiche überzeugen mit einer hohen Fleckenunempfindlichkeit, der extremen Belastbarkeit und Langlebigkeit. Neben seinen farbechten Eigenschaften begeistert der Teppichboden mit seinem angenehm glänzenden Design und der weichen Oberfläche. Im Alltag erweist sich der Teppich als besonders pflegeleicht. Aus Gründen der Nachhaltigkeit ist Teppich aus Maiszellstoff besonders emissionsarm sowie rohstoffschonend produziert.

Vorteile von Teppichen aus Maiszellstoff im Überblick

Papier

Papierfasern
Teppiche aus den Zellulosefasern des Papiers

Ein aus Papier gewonnener Teppich besticht neben dem schlichten Design mit extremer Stabilität und langen Haltbarkeit. Die aus dem Zellstoff von Weichhölzern gewonnenen Teppiche gibt es schon seit langer Zeit. Bereits im Jahr 1950 stellte die finnische Designerin Ritva Puotila eine Papierteppich-Kollektion für die Designteppich-Marke Woodnotes vor. Seitdem spielen Teppiche aus Papier auf dem Bodenbelag-Markt durchaus eine wichtige Rolle.

Um Zellulosefasern für Natron-Kraftpapier zu verarbeiten, wird Papiermasse nach dem Pressen in Bahnen gepresst und im nächsten Schritt auf größere Rollen gewickelt. Um die Papierschnur bzw. Fäden zu erhalten, werden die Rollen im nächsten Schritt in Scheiben geschnitten. Die nächsten Produktionsschritte beziehen sich darauf, die schmalen Streifen aus dem Kern herauszuziehen, zu drehen und auf Konen zu wickeln. Durch diese Fertigungsweise entsteht eine glatte und feste Oberfläche, die einem Eindringen von Feuchtigkeit und Verschmutzungen entgegenwirkt.

Eine große Stärke der Papier-Fußböden besteht darin, dass diese Erzeugnisse den Vergleich mit anderen Naturteppichen nicht scheuen müssen. Letztendlich profitieren Nutzer von den Vorzügen eines schlichten Teppichs, der sich als besonders strapazier- und widerstandsfähig erweist. Einzig auf Wasser reagiert der Teppich sensibel. Deshalb sollten es dessen Besitzer vermeiden, den Bodenbelag nass zu reinigen oder im Außenbereich einzusetzen. Ohne Beimengung von chemischen Zusätzen ist eine Einfärbung in verschiedenen Farbtönen möglich. Aus dem Grund sind die Bodenbeläge relativ unempfindlich und für Allergiker geeignet. Hohen Ansprüchen an Nachhaltigkeit entsprechen die Teppiche, da die Bodenbeläge aus nachwachsenden Rohstoffen angefertigt werden.

Vorteile von Teppichen aus Papier im Überblick

PET und Econyl

PET
Teppich aus recycelter Plastik

Aus PET und Econyl gefertigte Teppiche definieren einen nachhaltigen Einrichtungsstil völlig neu. Diese Teppichböden sind zum Teil aus recycelten PET-Flaschen und demzufolge aus Polyethylenterephthalat gefertigt. Andere Bodenbeläge dieser Kategorie werden aus recycelten Werkstoffen wie Garnabfällen verbrauchter Produkte gewonnen. Hierbei ist von sogenanntem Econyl die Rede.

In vielen Teilen weltweit belasten Plastikflaschen die Umwelt massiv. Im Gegenzug sind Plastikflaschen ein kostbarer Rohstoff. Besonders problematisch ist die Situation in Entwicklungs- und Schwellenländern, die von einer besonders hohen Umweltverschmutzung betroffen sind. Dieses Problem geht vor Ort auf fehlende Strukturen und ein mangelndes Umweltbewusstsein zurück. Insbesondere in den vergangenen Jahren schlossen sich Entsorger zusammen, um Plastikflaschen auf der ganzen Welt zu sammeln und für neue Nutzungsoptionen zu verwenden. Dadurch entstehen unter anderem aus PET und Econyl gefertigte Teppichböden, die dadurch einen aktiven Beitrag zum Thema Umweltschutz leisten. Aus diesen Materialien hergestellte Teppichböden überzeugen mit einem gelungenen Zusammenspiel aus ökologischem Profil sowie ausgezeichneten Produktmerkmalen. Die Teppichböden sind licht- und formbeständig, abriebfest sowie fusselfrei. Zugleich gelten die Fußböden als weich, witterungsbeständig, fleckenunempfindlich und pflegeleicht. Glänzende Teppichfasern verleihen dem Teppichboden ein edles Design. Aufgrund der hohen Festigkeit erweist sich das Material als überdurchschnittlich strapazierfähig. Die Teppichböden werden emissionsarm und rohstoffschonend produziert. Stärken wie ein angenehm hoher Komfort und robuste Eigenschaften sprechen deutlich für das Material.

Vorteile von PET und Econyl gefertigten Teppichen im Überblick

Polyester

Polyester
Synthetische Teppiche aus Polyester

Die Bezeichnung „PES“ dient als Oberbegriff für die Gruppe der Polymere. Als Polyester wird eine synthetische Mikro-Textilfaser bezeichnet, die in den 1930ern durch US-amerikanische Wissenschaftler als Alternative zu Seide konzipiert wurde. Ursprünglich wurde Polyester mit der Intention entwickelt, eine neue Kunstfaser zu erschaffen, von welcher der westliche Markt unabhängig von japanischen Seidenlieferungen agiert und profitiert. Zu Beginn der 1940er gelang es britischen Forschern erstmals, das Gewebe besonders hitzebeständig zu gestalten.

Insbesondere in jüngster Vergangenheit wird textiles Polyester vorzugsweise zu hochflorigen Teppichen verarbeitet. Der Vielfalt an Gestaltungsoptionen sind dank einer guten Anfärbbarkeit der fein glänzenden Garne nur noch wenige Grenzen gesetzt. Unterschiedliche Spinnverfahren bilden eine wichtige Grundlage, um unterschiedliche glänzende sowie matte Versionen der Garne zu kreieren. Deshalb ist es technisch beispielsweise möglich, Naturfaser-Optik zu imitieren. Polyester-Teppiche werden gewebt oder getuftet. Die Bodenbeläge sind besonders strapazierfähig und fusseln nicht.

Vorteile von Polyester-Teppichen im Überblick

Polypropylen

Polypropylen
Kaum von Naturfasern zu unterscheiden: Polypropylen

Die heutige Wissenschaft ist stets bemüht, neue Werkstoffe zu konzipieren, von denen Menschen in irgendeiner Form profitieren. Ein gutes Beispiel ist die synthetische Faser Polypropylen. Mittlerweile werden aus Polypropylen Garne in hoher Qualität gesponnen, die sich optisch so gut wie gar nicht mehr von Naturfasern unterscheiden. Eigenschaften wie eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Flecken sowie die hohe Lichtbeständigkeit führen dazu, dass die Teppiche besonders gut für stark strapazierte Bereiche geeignet sind. Deshalb sind die Bodenbeläge auch für Außenbereiche eine gute Wahl. Ein moderner aus synthetischer Polypropylen-Faser angefertigter Teppich ermöglicht ein unbeschwertes Wohnen – dank einer gelungenen Mischung aus optischen und praktischen Vorzügen. Der fusselfreie und abriebfeste Bodenbelag ist wasserdurchlässig und besonders pflegeleicht.

Vorteile von Teppichen aus Polypropylen-Fasern im Überblick

Seegras

Seegras
Teppich „aus dem Meer“

Das Seegras gehört der Familie der Seegrasgewächse an. Das Gewächs ist in 16 Arten im Meer lebende Arten unterteilt, die in einer Tiefe bis zu 15 Metern wachsen. Dabei sind die krautigen Unterwassergewächse an stiellosen und langen Blättern erkennbar. Zusätzlich zu seinem natürlichen Vorkommen im Meer wird das Seegras ebenfalls auf Schwemmfeldern kultiviert. Nachdem die bis zu eineinhalb Meter langen und ledrigen Fasern getrocknet sind, wird dieser Teil der Pflanze versponnen und verzwirnt. Die verwebten oder geflochtenen Seegrasfasern bilden unter anderem widerstandsfähige Bodenbeläge, die sich als sehr resistent gegenüber Flecken und Schmutz erweisen.

Insbesondere in Kombination mit modernen Einrichtungen machen Seegras-Teppiche eine gute Figur. Aus Seegras gefertigte Teppichböden punkten mit einem schlichten Stil und hoher Robustheit. Trotz der glatten Oberflächenoptik gelten die Bodenbeläge sogar als noch robuster als Sisal- oder Kokosteppiche. Deshalb erzeugen die Teppichböden ein natürliches und dennoch rustikales Ambiente. Obwohl Seegras als Naturprodukt gilt, ist das Material besonders strapazierfähig und langlebig. Farblich besticht das Material mit einem hellen sowie matten Farbton mit dezenten grünlichen Nuancen. Wer Seegras-Teppiche in einer anderen Farbe wünscht, kann sich diesen Wunsch erfahrungsgemäß nicht erfüllen. Seegras lässt sich nicht einfärben. Dennoch harmoniert der Teppich optimal mit weißen und hellen Linien oder dunklen Kolonialstilmöbeln. Obwohl ihre Besitzer die Seegrasteppiche regelmäßig absaugen sollten, erweisen sich die Bodenbeläge als äußerst pflegeleicht. Kommt der Teppich mit Flüssigkeiten in Kontakt, sollten diese sofort beseitigt werden.

Vorteile von Seegras-Teppichen im Überblick

Sisal

Sisal
Sisal gilt als vielseitig einsetzbare Naturfaser

Sisal sind bestimmte aus Blättern einiger Agavenarten bestimmte Fasern, die seit dem 19. Jahrhundert als Nutzpflanzen eingesetzt werden. Heute ist Sisal eine der wichtigsten Naturfasern der Welt. Seit den 1970er Jahren wird das Material für die Herstellung von Teppichen verwendet. Zudem spielen die Naturfasern für die Produktion von Garnen, Seilen und Tauen eine wichtige Rolle. Nach der Blatternte werden die Fasern vom Blattgewebe separiert, um daraufhin im Wasser ausgewaschen und gebündelt zu werden. Daran schließt sich der Trocknungsprozess an.

Bekannte Stärken von Sisalteppichen sind das sachlich-kühle Design oder die glatte Geschmeidigkeit. Die in Mexiko gedeihende und bis zu zwei Meter hohe Sisalagave besitzt weiterhin sehr reißfeste Fäden, die zudem antistatisch, atmungsaktiv, dämmend, schwer entflammbar und reißfest sind. Eine Einfärbung der zellulosehaltigen Faser ist in vielen Nuancen möglich. Doch grundsätzlich begeistern Sisalteppiche mit warmen Naturtönen. Das Zusammenspiel aller dieser Punkte führt dazu, dass Sisalböden in erster Linie in den Bereichen verwendet werden, in denen neben schlichter Ästhetik ebenfalls eine hohe Strapazierfähigkeit gewünscht ist. Hohen Ansprüchen an Nachhaltigkeit werden die Bodenbeläge ebenfalls gerecht, da die Böden zu 100 Prozent biologisch abbaubar sind. Für Hunde- oder Katzenbesitzer sind die Sisalteppiche weitgehend ungeeignet. Im praktischen Umgang sind die Teppiche schließlich sehr wasserempfindlich.

Vorteile von Sisal-Teppichen im Überblick

Wolle

Wolle
Ein Klassiker: Der Teppich aus Wolle

Bereits seit Jahrtausenden profitieren Menschen von den Vorzügen von Wolle. Weiches Fellhaar von Ziegen, Schafen oder anderen Tieren wird dafür genutzt, um neben Decken und Bekleidung ebenfalls Teppiche herzustellen. Schätzungen zufolge kommt Schafwolle als textiles Material schon seit der Bronzezeit zum Einsatz. Weil sich die tierische Fellfaser aus Eiweiß-Substanzen zusammensetzt, ist das Material hautverträglich und elastisch zugleich. Deshalb ist Wolle für die Teppichknüpferei und Teppichweberei besonders gut geeignet. Schafwolle wird aus der inneren Wolle entnommen, welche die Körpertemperatur der Tiere reguliert. Eine besondere Stärke der Wolle sind deren natürliche Thermo-Regulationseigenschaften. Obwohl die Oberflächenstruktur Wasser abweisend ist, nimmt die Faser bis zu maximal 33 Prozent des eigenen Trockengewichts an Feuchtigkeit auf. Dennoch fühlt sich das Material dadurch nicht feucht an.

Je gleichmäßiger die Faserstruktur letztendlich ist, desto besser ist die Qualität der Wolle. Besonders gut ist Wolle geeignet, die an den Seiten sowie auf dem Rücken der Schafe wächst. Durchschnittlich liefert ein Schaf 3,5 Kilogramm an Wolle, die durch Zusammendrehen von Fasern oder Faserbündeln zu gleichmäßigen Wollfäden versponnen wird. Dieses Verfahren wird heutzutage in den meisten modernen Spinnereien angewendet. Wollteppiche begeistern mit ihrem zeitlosen Design und einer natürlichen Selbstreinigungsfunktion. Dadurch setzen sich Gerüche und Schmutz in dem Wollteppich nur sehr schwer fest. Im Gegensatz zu Kunstfasern genügt kurzes Lüften, damit der Bodenbelag seinen frischen und neutralen Duft wieder zurück erhält. Von Vorteil ist es ebenfalls, dass die Wollfasern eher wenig knittern, farbbeständig sowie schwer entflammbar sind. Die warme Ausstrahlung sowie trittschalldämmende Eigenschaften unterstreichen die hohe Qualität der Teppiche.

Vorteile Wollteppichen im Überblick

Woolmark (Siegel)

Die Woolmark Company hat sich als globale Kompetenzstelle für Merinowolle etabliert. Der Eigentümer des Woolmark-Logos erschuf damit ein Symbol für Qualitätssicherung, das bislang bei mehr als fünf Millionen Produkten zum Einsatz kam. Soll ein Produkt mit dem Woolmark Siegel ausgezeichnet werden, müssen sich die Wollwaren zu 100 Prozent aus Schurwolle zusammensetzen. Möchte ein interessierter Hersteller das Siegel erhalten, ist der Abschluss eines Lizenzvertrags mit der Woolmark Company erforderlich. Zugleich vergibt das Unternehmen das „Woolmark Blend“-Logo bei Erzeugnissen mit einem Wollanteil von 50 bis 99 Prozent sowie das „Wool Blend“-Siegel für Waren mit einem Wollanteil von 30 bis 49 Prozent. Lizenznehmer dürfen die Siegel nutzen, wenn deren Produkte den Qualitätsrichtlinien der verwendeten Siegel entsprechen. Hierfür ist eine Überprüfung in authorisierten und unabhängigen Laboren erforderlich.

Welche Art von Siegel ist das Woolmark-Siegel?

Ein Siegel für Serviceleistungen und Produkte.

Wer vergibt die Siegel?

Woolmark Europe Limited

Wo ist das Woolmark-Siegel gültig?

Wo erhalten Interessenten weitere Informationen?

www.wool.com

Viskose

Viskose
Viskose: auch bekannt als Bananenseide oder Bambusseide

Viskose ist eine auf Zellulosebasis erstellte Kunstfaser, die aufgrund eines vergleichbaren Lüsters als Ersatz für Seide in Teppichfloren zum Einsatz kommt. Oftmals wird Viskose ebenfalls als „Bananenseide“ oder „Bambusseide“ bezeichnet. Allerdings sind diese Kennzeichnungen eher irreführend, da in diesen Seidearten ausschließlich pflanzliche Stoffe nachwachsender Rohstoffe verwendet werden. Die Bezeichnung als „Synthetikfaser“ ist ebenfalls ungenügend. Stattdessen treffen Wörter wie „natürliche Kunstfaser“ oder „naturnahe Faser“ wesentlich eher zu. Neben der attraktiven und hübschen Optik überzeugen Teppiche aus Viskose ebenfalls mit dem angenehmen Griff. Vorteile von Viskose-Teppichen sind eine gute Trittschalldämmung sowie die positive Flächenwirkung. Das Material bindet Feinstaub. Aus Gründen der Nachhaltigkeit ist Viskose zu 100 Prozent biologisch abbaubar.

Vorteile Viskose-Teppichen im Überblick

Ziegenhaar

Ziegenhaar
Ziegenhaar ist äußerst strapazierfähig

Hartes und glattes Ziegenhaar ist einer der bewährtesten und ältesten Spinnstoffe weltweit. Das sogenannte Haargarn entstammt der feinen Unterwolle von Kaschmirziegen, die einerseits zu Bekleidung in hoher Qualität verarbeitet wird. Zugleich kommt das robuste Deckhaar der Ziege ebenfalls für eine Fertigung textiler Bodenbeläge mit langer Lebensdauer zum Einsatz. Weil die in zentralasiatischen Hochebenen lebenden Tiere Temperaturschwankungen zwischen -40 und +30 Grad ausgleichen müssen, ist ihr Deckhaar besonders robust und strapazierfähig. Im Gegensatz dazu besitzt die feine Unterwolle eine hygroskopische Struktur einschließlich Schmutz abweisender Eigenfettschicht. Diese Kombination bildet eine wichtige Grundlage dafür, weshalb Ziegenfaser als Bodenbelagsfaser besonders gut geeignet ist. Das Haar eines Tiers genügt, um einen Quadratmeter an Teppichboden herzustellen. Um extremen Temperaturbedingungen standzuhalten, werden die Ziegen allerdings nicht geschoren. Stattdessen wird ihr Haar nur verschnitten. Außerdem betonen die Hersteller, dass für die Produktion der Teppichböden keinesfalls Tiere geschlachtet werden.

Im Gegensatz zu feinerer Ziegenwolle ist Ziegenhaar gegenüber Schädlingen oder Verfilzungen wesentlich weniger anfällig. Weil Ziegenhaar relativ grob ist, sind die Bodenbeläge äußerst strapazierfähig. Neben guten Dämm- sowie Schallschluckeigenschaften überzeugt Ziegenhaar mit Staub bindenden sowie Schmutz abweisenden Eigenschaften. Der schuppenförmige Aufbau trägt zu einer guten Feuchtigkeitsregulierung des Fußbodens bei. Dadurch nimmt die Ziegenhaar-Faser Feuchtigkeit auf und gibt diese ebenfalls wieder ab. Zugleich wirken sich diese Eigenschaften positiv auf das Raumklima sowie die Luftfeuchtigkeit aus.

Vorteile von Ziegenhaar-Teppichen im Überblick


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